Weitere Einsparungen im Bildungsbereich: Gefahr für Bildungssystem
Der gestern in der ZIB 1 präsentierte Rohbericht des Rechnungshofes mit der Aussage, dass Volks- und Hauptschulen zu teuer seien und hier Einsparungspotential vorhanden wäre, widerspricht dem bisher in Österreich als Errungenschaft der Sozialpolitik gepriesenen Schulsystem, das die Chancengleichheit aller fördert.
Der Rückgang der SchülerInnenzahlen bei gleichzeitigem Anstieg des Lehrpersonals ist nicht ein Nachteil, ganz im Gegenteil: ein besseres Zahlenverhältnis zwischen LehrerInnen und SchülerInnenn erhöht die Möglichkeit einer fundierten Grundausbildung und der darüber hinausgehenden sozialen Kompetenz.
"Statt einer Einsparung muss es zu einer Förderung der individuellen Fähigkeiten von Kinder und Jugendlichen kommen, und dies ist nur mit möglichst geringen SchülerInnenzahlen zu erreichen", so die InitiatorInnen des Volksbegehrens Sozialstaat Österreich. Bildung darf nicht den Gesetzen des freien Marktes unterworfen werden, in dem der Mensch als soziales Wesen in den Hintergrund tritt.
Beim Bildungssystem zu sparen ist der falsche Weg und würde sich bereits in wenigen Jahren als Schuss in das sprichwörtliche "Ofenrohr" erweisen. Denn das Schulwesen bestimmt nicht nur die Zukunftschancen des einzelnen Menschen, sondern auch die der Gesellschaft insgesamt.
Die InitiatorInnen des Volksbegehrens "Sozialstaat Österreich" protestieren gegen die hinter den Aussagen des Rechnungshofes stehende Weltsicht und fragen sich, für wen der Rechnungshof eigentlich rechnet: für die österreichische Gesellschaft oder die Vertreter eines unsozialen Wirtschaftsliberalismus, die nicht das Wohle der Allgemeinheit, sondern die Maximierung ihrer Profitspanne im Auge haben.
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