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"Sozialstaat": Volksbegehren peilt Million an
Die Initiatoren des Volksbegehrens "Sozialstaat
Österreich" hoffen auf mehr als eine Million
Unterschriften.
WIEN (wa). "Es soll eines der größten VOLKSBEGEHREN in
der Zweiten Republik werden." Die Initiatoren des VOLKSBEGEHRENs
"Sozialstaat Österreich", unter ihnen der
Wirtschaftsforscher Stephan Schulmeister, haben sich die Latte
sehr hoch gelegt. Als Ziel nannten sie bei einem
Pressegespräch am Montag über eine Million
Unterschriften. Anliegen des VOLKSBEGEHRENs ist es,
Österreich als Sozialstaat in der Verfassung zu verankern.
Durch eine "Sozialverträglichkeitsprüfung" sollten bei
Gesetzgebung und Vollziehung die soziale Sicherheit und
Chancengleichheit berücksichtigt werden. So etwa wäre
dann die Privatisierung der Arbeitslosenversicherung nicht mehr
möglich, hofft Schulmeister."Wir meinen nicht, es gebe
keinen Sozialstaat in Österreich", betont der
Politikwissenschafter Emmerich Tálos. Politisch
vereinnahmen werde man sich nicht lassen, es handle sich um eine
überparteiliche Plattform.
Mit der ÖGB-Urabstimmung habe das VOLKSBEGEHREN nichts zu
tun, man stehe auch nicht in Konkurrenz. Am 3. Oktober erfolgt
der offizielle Auftakt der Kampagne, bis Ende November will man
genügend Unterstützungsunterschriften gesammelt haben.
Als Termin käme dann die erste Jahreshälfte 2002 in
Frage. Falls es auch zu einer Volksbefragung zum Thema
Temelín komme, könne man in der gleichen Woche
antreten. Schulmeister: "Das wäre ein durchaus interessantes
Alternativprogramm."
© Die Presse, 11. September 2001
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