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Soziale Initiative aller christlichen Kirchen
Sozialbericht fordert Solidarität und Schutz vor Armut
Wolfgang Bamberg
Wien - Die Vermeidung von sozialer Ausgrenzung und eine gesetzliche Verankerung des Schutzes vor Armut verlangen die christlichen Kirchen Österreichs. Der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) legte am Mittwoch einen gemeinsamem "Sozialbericht" vor. Die christlichen Kirchen arbeiten an einer gemeinsamen Erklärung zur sozialen Lage, dem so genannten "Sozialwort". Es soll zu Pfingsten 2002 präsentiert werden.
Basis für das Sozialwort ist der nun vorgelegte Sozialbericht. Es handelt sich dabei um eine bundesweite Auflistung der sozialen Probleme, an dem die sozialen Institutionen und Initiativen der 14 Mitgliedskirchen mitgearbeitet haben. Dabei werden zahlreiche Lücken im sozialen Netz beschrieben.
"Der soziale Zusammenhalt der Gesellschaft ist in Gefahr", erklärte der römisch-katholische Bischof Maximilian Aichern. Im Bericht selbst seien "verschiedene, auch sehr kontroverse Positionen" enthalten, es handle sich aber nicht um eine kirchenamtliche Stellungnahme. Der Metropolit der griechisch-orthodoxen Kirche, Michael Staikos, hob die Wichtigkeit der Orthodoxie bei der europäischen Osterweiterung und das Engagement der Kirchen bei der Flüchtlingsintegration hervor.
Lücken im Sozialnetz
Eine der Forderungen aus dem Sozialbericht betrifft das lückenhafte Sozialnetz in Österreich. Vorgeschlagen wird die Einführung einer "bedarfsorientierten Grundsicherung" in der Höhe von 10.000 Schilling monatlich. Dabei soll das bestehende Sozialsystem durch die Einführung von Mindeststandards in den Sozialeinrichtungen ergänzt werden und dadurch den Zugang zum Bereich sozialer Sicherung auch für jene Personen öffnen, die sonst ausgeschlossen wären.
Eine Sozialverträglichkeitsprüfung als Testverfahren für Gesetzesvorhaben und klarere Richtlinien bei der Vergabe von Sozialhilfe waren weitere Vorschläge, die in dem "Sozialbericht" Eingang gefunden haben.
Diese Forderung der Kirchen deckt sich auch mit den Zielen des am Montag präsentierten Volksbegehrens zur Verankerung des Sozialstaats in der Verfassung.
Quelle: Der Standard
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