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Sozialstaat und Demokratie: Analysen einer
Gefährdung
SP-Klubtagung schließt mit Grundsatzkritik
Wien - Um die Entwicklung der Demokratie und des Sozialstaates
ging es am Freitagvormittag in einer Podiumsdiskussion zum
Abschluss der SP-Klubtagung in Wien. Unter Leitung von
Exinnenminister Caspar Einem debattierten Klubobmann Josef Cap,
der Wirtschaftsforscher Stephan Schulmeister und
STANDARD-Kolumnist Hans Rauscher.
Ihre unterschiedlichen Ansätze gaben die
Einschätzungsprioritäten wieder, was die Gefahren
für eine funktionierende Demokratie anbelangt. Der Politiker
Cap etwa warf der Regierung ein Demokratieverständnis vor,
"das mehr aus- als einschließt" - zum Beispiel bei der
selektiven Besetzung des Hauptverbandes oder des Publikums-und
Stiftungsrates im ORF.
Journalist Rauscher, der auch frühere Verstöße
der SPÖ kritisierte, mahnte zur Wachsamkeit, der sich vor
allem Politiker angesichts einer Entwicklung verpflichtet sehen
sollten, die den Rechtsstaat "abwürge". Die
Einschränkungen der offenen Gesellschaft hätten sich,
so Rauscher, in den letzten Jahren zunächst in einer
Klagswelle der FPÖ gegen Künstler, Intellektuelle und
Journalisten manifestiert und sich dann im "klaren Programm" der
FPÖ fortgesetzt, das auf einen autoritären Staat
abziele.
Wifo-Experte Schulmeister dagegen sah die größte
Gefahr in der Beschneidung des Sozialstaates. Man könne
nicht einfach sagen, dass der Sozialstaat an der Verschuldung
schuld sei: Dagegen spreche auch, dass der Sozialstaat 25 Jahre
lang ausgebaut worden und gleichzeitig die Verschuldung gesunken
sei. (kob)
© DER STANDARD, 22./23. September 2001
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