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Superintendentin Knoll: Prophylaktisch den Armutsfall begrenzen
Podiumsdiskussion zum Volksbegehren Sozialstaat Österreich
Wien, 14. November 2001 (epd Ö) Die verfassungsgesetzliche Verankerung des Sozialstaates und damit die Sicherung sozialer Errungenschaften fordert ein überparteiliches Komitee im Rahmen des angestrebten Volksbegehrens `Sozialstaat Österreich´. "Wir wollen politischen Willen einklagen, der prophylaktisch den Armutsfall begrenzt", sagte Superintendentin Mag. Gertraud Knoll, eine der Initiatoren, bei einer Podiumsdiskussion am 7. November in Wien. Sie stellte das Konzept zusammen mit dem Politikwissenschaftler Emmerich Tálos vor.
Von der Verankerung des Sozialstaates in der Verfassung nach dem Vorbild Deutschland verspricht sich Superintendentin Knoll die Minimierung sozialer Differenzen und die Bekämpfung der Armut. Diese dürfe weder tabuisiert noch moralisiert werden, sondern der Kreislauf aus Isolation, Schuldgefühlen und der "schleichenden Verweigerung der Teilhabe an allen gesellschaftlichen Bereichen" müsse durchbrochen werden.
Dem Sozialabbau wirksam entgegentreten könne dabei lediglich der Sozialstaat. Knoll: "Weil alle zivilgesellschaftlichen Initiativen keinen Ersatz für gesamtgesellschaftliche Institutionen darstellen, müssen wir dies vom Staat fordern. Die Schätze der Demokratie müssen sensibilisiert in die Herzen der Menschen gebracht werden." Anlaufpunkt für Betroffene dürften nicht mehr nur kirchliche Einrichtungen wie Diakonie oder Caritas sein, sondern der Sozialstaat müsse innovative Reformen erfahren, um für alle einklagbare Verpflichtungen zu schaffen. Gemeint sei unter anderem ein egalitäres Bildungssystem.
Quelle: epd
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