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Sozialstaat tanzt.
WIENZEUG
Am 3. April startet das Volksbegehren "Sozialstaat Österreich". Eine Gruppe von Künstlern, Intellektuellen und Gewerkschaftern rund um den Arzt Werner Vogt, den Politologen Emmerich Talos und den Wirtschaftswissenschaftler Stephan Schulmeister will nicht nur erreichen, dass der Sozialstaat als Grundrecht in der Verfassung festgeschrieben wird, sondern vor allem auch eine breite Debatte über die drohende neoliberale Privatisierung des Wohlfahrtsstaates einläuten. Die Regierung, so die Proponenten des Volksbegehrens, würde erstmals eine "echte neoliberale Budgetpolitik" vornehmen und den Sozialstaat demontieren.
Im Gegensatz zum blauen Temelín-Volksbegehren, das von der Krone massiv unterstützt wurde, leiden die Sozialstaats-Verteidiger aber noch immer unter der Missachtung der Medien. Das soll sich nun ändern. Mit mehreren Events, Konzerten und Filmpräsentationen wollen die Unterstützer des Volksbegehrens nun ordentlich Wirbel schlagen. So findet am 30. März, dem Ostersamstag, am Heldenplatz und in den einzelnen Landeshauptstädten die Veranstaltung "Alles Ratscht - eine Million Ratschen über Österreich" statt. "Das Ratschen treibt ja die kalten Wintergeister aus und begrüßt hoffentlich den sozialen Frühling", so die Veranstalter. Am dritten April wird gleich der gesamte Stephansplatz zum Freiluftkino erklärt. Gezeigt wird "Metropolis" von Fritz Lang aus dem Jahr 1927. Der verschwundene Schlusssatz des Filmes lautet: "Nur soziale Gerechtigkeit sichert den Frieden." Der Film wird auf einer Großleinwand übertragen. Mit dabei: Leon Askin, Käthe Kratz, Peter Patzak, Reinhard Schwabenitzky. Im Anschluss an den Film wird "Kurt Ostbahn und Kombo" im Porgy & Bess gegen eine kleine Spende zu sehen sein. Am siebten April wirft sich dann die DJ-Szene ins Zeug. Unter dem Motto: "Mani@Fest" werden Electric Indigo, Patrik Pulsinger, Wolfgang Schlögl, Christian Candid und viele andere auflegen. Geplant ist auch eine spektakuläre Aktion nahe dem Volksgarten. Sie ist aber noch streng geheim.
Infos, Termine, Kontakt, Debatten: www.sozialstaat.at
Quelle:
Falter
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