Sozialstaat Österreich - Volksbegehren  

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Voves als Sozialstaat-Fan / Job-Verwirrspiel in Zeltweg!

O sterfriede in der steirischen Politik - doch nach dem 1. April wird es wieder geschäftig: Der VP-Landtagsklub kehrt aus China zurück - und SP-Neochef Franz Voves unterschreibt in einer ersten nachösterlichen Aktion das Sozialstaat-Volksbegehren. Dieses Volksvotum ist ihm ein Herzensanliegen, hat er doch bei seiner Landtagspremiere alle Polit-Kollegen von seinen eigenen Genossen über LH Waltraud Klasnic bis zu FP-Vize Leopold Schöggl zur Unterzeichnung aufgefordert - als Zeichen der Kooperation. Und ein neues Dienstauto erhält Voves auch bald - einen 5-er BMW, den Vorgänger Peter Schachner bestellt hat.

* P ersonell tut sich im roten Umfeld auch viel: Schon am Dienstag werden in der FSG-Fraktion die Weichen für den neuen steirischen Gewerkschaftschef nach Walter Pöschl gestellt. Dabei hat sich mit Fritz Ploner ein klarer Favorit herauskristallisiert. Der Eisenbahner-Chef wird als ideale Übergangslösung bis zur anstehenden ÖGB-Strukturreform präferiert. Mit Hans Moser (47), früher bei Minister Rudolf Streicher und dann Chef der GBI, hat die Steirer-SP einen Projektleiter für die Voves-Programmschiene "Powerplan" bestellt. Und fixiert wurde ein neuer Landessekretär für den Gemeindevertreterverband: Anton Vukan (42) aus Gosdorf folgt Hans Eichhaber nach, der in Pension geht.

* A bsentiert von der schwarzen China-Delegation hat sich Wirtschaftslandesrat Herbert Paierl und im Reich der Mitte eigene Wege beschritten. So besuchte er die Automobil-City in Shanghai, einen Autocluster auf Chinesisch. Doch ohne heimische Clusterleute ist Paierl trotzdem nicht ausgekommen. Er traf in China eine Gruppe von AVL-Managern aus Graz, die dabei sind, tiefgreifende Verbindungen zum größten Wachstumsmarkt der Welt aufzubauen.

S teiermark-Rekord bei den Unterstützungsautogrammen - das ist Ziel von Rudolf Fussi, Initiator des Volksbegehrens gegen neue Abfangjäger. Die Grenze liegt bei 15.000. Fussi: "Das schaffen wir locker!" In Niederösterreich und Kärnten tut er sich härter: "In vielen Kommunen haben VP/FP unsere Listen verschwinden lassen. Das ist deren Demokratieauffassung." Diese scheint auch beim Bundesheer in Zeltweg zu leiden: Mit einem "WarRoom" wird gegen Andersdenkende agiert. Per Plakat verunglimpft man Politiker und die "Krone", welche die Sorgen der Bevölkerung ernst nehmen. Schindluder wird mit der Arbeit getrieben: Das Heer spricht ohne neue Jets von 925 verlorenen Jobs. Die VP, als Jet-Befürworter, glaubt, dass 300 Jobs involviert wären. Leute, die die Szene in Zeltweg kennen, meinen, es wären nur 200. Fussi: "Das Heer lügt die Bevölkerung an - und sagt nichts davon, dass die neuen Jäger viel weniger Wartungspersonal brauchen als die uralten Draken."

* E inmal pro Monat treffen sich die "Steirer in Wien" - dazu gehören Kapazunder wie Bauern-Chef Fritz Grillitsch, Tourismus-Boss Arthur Oberascher, Rundfunk-Controller Alfred Grinschgl, "Botschafter" Vincenz Liechtenstein und Asfinag-Chef Franz Lückler. Was sie gemeinsam haben: Irgendwann wollen sie wieder heimkehren. Das bedeutet wohl, dass sich ein paar momentane Machthaber anschnallen müssen.

W. BAUSTÄDTER

Quelle: Neue Kronen-Zeitung


31.03.02