|
|
Millionen von Menschen in unserem Land strömen Tag für Tag in die Fabriken,
in die Büros, auf die Felder - arbeiten schwer, rackern sich ab. Nicht wenige von ihnen kommen ein Leben lang auf keinen grünen Zweig, können oft sich und ihre Familie gerade über Wasser halten. Und dann sind da noch die anderen, die wissen, wie der Hase läuft. Wie die Töpfe, die mit dem hart erarbeiteten Steuergeld der Österreicher gefüllt werden, anzuzapfen sind. Ohne einen Finger krumm zu machen. Oder vielleicht gar zu arbeiten . . .
Denn im Sozialstaat Österreich lebt sichs als Schmarotzer einfach besser.
Da gibt es zum Beispiel den jungen Mann, der schon seit vielen Jahren die Arbeit nicht mehr kennt. 7000 (509 Euro ) Schilling Sozialhilfe für ihn, ebenso viel für seine Freundin. Das genügt den beiden. Liegen in der Sonne und belächeln höchstens diejenigen, die schwitzen, weil sie arbeiten.
Oder: Da ist der Firmenchef, der seinen Betrieb den Winter über zusperrt. Seine Angestellten kassieren Arbeitslosengeld, kutschieren aber im Firmenauto von Pfusch zu Pfusch. Als Dank für den geborgten Wagen gibt es Prozente für den großzügigen Chef. Und sollte es dem Arbeitsmarkt-Service einfallen, den Männern aus der Pfuscher-Partie Jobs anzubieten, schütteln die nur den Kopf - der brave Chef hat ihnen zugesichert, dass sie im Frühjahr wieder ihre Arbeitsplätze bekommen. Und in diesem Fall, so steht es schwarz auf weiß im Gesetz, haben Arbeitslose das Recht auf Arbeitslosigkeit bis dahin. Schmarotzer unter staatlichem Schutz.
Ja, und dann sitzt einer in der Ordination eines Arztes. Kreuzweh hat er - auch über Kopfweh könnte er jammern. Ist ja gleichgültig, beides muss der Herr Doktor einfach zur Kenntnis nehmen. Denn Beschwerden dieser Art steht selbst die modernste Medizin manchmal hilflos gegenüber - Beweisnotstand. Und nicht selten als Folge ein Krankenstand für einen gesunden "Patienten". Schmarotzertum, gewissermaßen auf Rezept . . .
Es sind noch viele, sehr viele Schmarotzer, die da den Sozialstaat Österreich schamlos ausnützen. Und sie schütteln oft verständnislos den Kopf über jene, die ihr Geld durch regelmäßige Arbeit verdienen. Sie kennen jede Quelle, aus der sie schöpfen können, pressen den Sozialstaat aus wie eine Zitrone. Und verlassen dabei meist nicht einmal die Wege des Gesetzes. Außer die Vertreter des Sozialstaates treiben es zu bunt. Streichen die Arbeitslosenunterstützung, weil einer partout keinen Job annehmen will. So ein Beamter merkt dann bisweilen sehr drastisch, dass er einen Arbeitsscheuen verärgert hat - mit aufgeschlitzten Autoreifen und zertrümmerten Scheiben . . .
Ja, und während die Schmarotzer kassieren und sich die Sonne auf den Bauch scheinen lassen, leben andere auf der Schattenseite. Zum Beispiel jene allein erziehende Mutter, die nur 30 Stunden in der Woche für einen Job erübrigen kann - sonst würden ihre drei Kinder verwahrlosen. Sie verdient im Supermarkt weniger, als sie für ihre Familie Sozialhilfe bekäme . . .
Und was wird getan, damit nicht in unserem Land die Schmarotzer obenauf schwimmen und das Fett auf der sozialen Suppe abschöpfen?
Nichts! Oder zumindest fast nichts!
Warum dies? Um - sogar einleuchtende - Antworten sind die Damen und Herren aus dem Sozial-Establishment nicht verlegen: Die Kontrolle ist einfach zu teuer. Sie würde mehr kosten, als durch sie eingespart werden könnte.
Also: Freie Bahn den Schmarotzern!
Es ist viel faul im Sozialstaat Österreich. Was hier alles nicht stimmt, erfahren Sie in dieser Serie.
Morgen lesen Sie: Vorstellungsgespräch 2002: Was Chefs alles mit Arbeitsunwilligen erleben.
--------------------------------------------
Schmarotzertum
Das Volksbegehren "Sozialstaat Österreich" war kein besonderer Erfolg; wohl, weil Österreich ein starkes soziales Netz hat. So wurde das ohnehin unzulängliche Instrument der direkten Demokratie nicht als notwendige Hilfeleistung empfunden. Gegen die Aufnahme der sozialen Aufgabe in unsere Verfassung ist zwar fast niemand, aber man empfand es als nicht unbedingt notwendig, Unterschrift zu leisten, und sicherlich dachten viele dabei auch daran, dass erst das Schmarotzertum bekämpft werden sollte, bevor auf sozialem Gebiet etwas Neues getan wird. Denn soziale Pflicht in den Verfassungsrang zu heben, während nur etwa jeder vierte Arbeitslose auch wirklich bereit ist, eine Arbeit anzunehmen, das will wohl kaum jemand.
Auch muss als Groteske empfunden werden, dass Millionäre Notstandshilfe beziehen, nicht weil sie eine solche Geldhilfe brauchen würden, sondern nur weil es ihnen halt Spaß macht, einen Staat zu betrügen, der es so unzulänglich fertig bringt, sich vor Schwindlern zu schützen. Dabei sind die Gesetze so schlecht formuliert, dass sie es dem Richter offensichtlich gar nicht leicht machen, ein Urteil nach normalem Rechtsempfinden zu sprechen.
Wir wollten das Volksbegehren "Sozialstaat Österreich" nicht stören, und deshalb beginnt diese neue Artikelserie "Sozialstaat Österreich? Als Schmarotzer besser leben" erst jetzt.
Damit soll nichts gegen das abgelaufene Volksbegehren gesagt werden. Wir wollen nur unsere Meinung zum Ausdruck bringen,
dass es in Österreich ein dringendes Begehren gibt, bestehendes Sozialschmarotzertum besser zu bekämpfen.
Cato
--------------------------------------------
In den Wind gereimt
Die Linken stellten "Temel¡n" als Volksbegehrn der Rechten hin. Drum ward "Sozialstaat" aufgeboten als Volksbegehrn der Linksgrünroten. Doch ging der Schuss nach hinten los. Herunter ließen sie die Hos. Jetzt sind, nach ihrer Theorie, die Schwächeren eindeutig sie.
Wolf Martin
--------------------------------------------
Sozialstaat Wenn man bedenkt, wie groß die "Meute" gegen das "Temelin-Volksbegehren" war, kann man dessen sensationelles Ergebnis von fast einer Million gar nicht hoch genug einschätzen.
Das jetzige Begehren für den Sozialstaat wurde eigentlich österreichweit kräftigst unterstützt, nur keiner ging hin.
Letztendlich wurde diese "Aktion", für die natürlich aus rein hehren Motiven handelnden Personen zu einer fürchterlichen Blamage (da waren doch 30 Jahre andere am Ruder), und die nunmehrige Regierung kann sich mit vollem Recht die Hände reiben.
Heinrich Striessnig, Viktring
--------------------------------------------
SP-"Brückenschlag" für die Oper
Haider lockt Pühringer und Achatz mit eigenem Theaterkonzept:
"Unsere Vorstellungen könnten eine Brücke sein zwischen den alten Konzepten von Pühringer und der Nulloption von Achatz", wirbt SP-Chef Erich Haider - im Vorfeld des "runden Tisches" zur Landestheater-Zukunft in Linz - um Zustimmung zu seinem eigenen Konzept. Das Ende Juni - verspätet - endgültig fertig sein soll . . .
Das politische Ringen um Oper oder Nicht-Oper für Linz hat derzeit mit der Einberufung eines "runden Tisches" durch LH Josef Pühringer für 22. Mai wieder einmal ein etwas konkreteres Stadium erreicht. Das FP-Chef Hans Achatz dazu genützt hat - wie berichtet - seine Ablehnung aller Maßnahmen, die über "kostengünstige Adaptierungen" am alten Theaterstandort Promenade hinausgehen, zu verschärfen.
In dieser Lage sieht sich SP-Vorsitzender Erich Haider dazu aufgerufen, als "Brückenbauer" vor allem zwischen Pühringer und Achatz aufzutreten: "Mit unseren Vorstellungen von einem multifunktionalen Theater des 21. Jahrhunderts haben VON W. PÖCHINGER
wir das einzige wirklich zukunftsorientierte Konzept - in dem sich jeder wiederfinden könnte. Und dem die anderen zustimmen sollten."
Ganz fertig ist dieses Konzept aber noch nicht - vor allem wegen des von der SP stark unterstützen Volksbegehrens "Rettet den Sozialstaat". Statt - wie im Dezember angekündigt - im März intensiv öffentlich diskutiert zu werden, wird das nun eben im "Mai/Juni" passieren. "Ende Juni wird es unser endgültiges Positionspapier geben. Und bis Ende des Jahres wollen wir eine klare Entscheidung treffen", so Haider. Die SP werde das Theater-Thema sicher nicht über die nächste Wahl (Oktober 2003) verschleppen.
Grüne fassen zwei Standorte ins Auge
Die Grünen erwarten im Zusammenhang mit dem runden Tisch "die längst überfällige Grundsatzentscheidung" zugunsten eines neuen Landestheaters. Und wollen dafür zwei Standorte "ernsthaft in Erwägung ziehen" lassen: "Den Standort Promenade und das UKH-Gelände", so Gunther Trübswasser.
Quelle:
Neue Kronen-Zeitung
|
|